Energie Schweiz

In meiner Eigenschaft als Innovationsberater interessierte ich mich für die Zukunft der Energieversorgung der Schweiz, und mehrere Male war ich in Energieprojekte involviert. Dass die Schweiz als überschaubares, gut geordnetes und reiches Land um das Jahr 2000 nicht schneller mit ökologischen Energiequellen vorwärtskam, erstaunte mich. 2008 nutzte ich die Gelegenheit eines mehrmonatigen Kolloquiums, die CH-Energieproblematik näher zu untersuchen. Es entstand 2011 die Publikation „Energiesparen, Klimaziele: Illusion oder Wirklichkeit? Konzeptskizze für Politik und Energieunternehmen“.

Zum Inhalt: Nach Analysebetrachtungen wird eine Konzeptskizze erstellt, wie in weniger als 10 Jahren der Fossilverbrauch für Gebäudeheizungen um 30% reduziert werden könnte. Der Plan: Elektrizitätsunternehmen liefern via Zubringernetze ihren Kunden neben Strom auch Nah- und Tieftemperaturwärme, aus erdbodennaher Erdwärme und anderen sich lokal anbietenden Quellen. Sie betreiben lokale BHKW, die je nach Verfügbarkeit mit Holz und anderen vor Ort verfügbaren Stoffen betrieben werden. So können in Ein- und Mehrfamilienhäusern, im Gewerbe Wärmepumpen sehr effizient funktionieren. Auch sollte die Elektrizitätswirtschaft auf grossflächigen Gebäuden professionell Solarenergie gewinnen und so zum „Totalanbieter ökologischer Energie“ werden.

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Die Meinung des Autors 2020: Im Bundeshaus sollte 2020 die Devise gelten:

„Ab 2030 kein Gramm Fossilbrand in Gebäudeheizungen“

Aus der Perspektive 2020 ist diese Zielerreichung einfach, es genügt, von denen der in der Publikation „Energiesparen, Klimaziele“ beschriebenen und hier wiederholten Möglichkeiten Gebrauch zu machen:

  • Regionale Energieunternehmen mutieren zum „Totalanbieter ökologischer Energie“: neben Strom (für Wohnen und Wärmepumpenbetrieb) liefern sie Tieftemperatur-Nahwärme aus ökologischen Quellen und sie installieren und betreiben als Contractor effiziente, kompakte Wärmepumpenanlagen in den Häusern ihrer Klienten.
  • Regionale Energieunternehmen betreiben in Gemeinden Tieftemperatur-Wärmenetze zusammen mit den eventuell notwendigen BHKW. Diese nutzen die lokal verfügbare Quellen: zum Beispiel Erdsonden, Seewasser, Bioanlagen, Kläranlagen, Holz, Abwärme aus Industrie und Gewerbe.
  • Regionale Energieunternehmen betreiben lokale Solaranlagen, insbesondere auf den vielen vorhandenen grossflächigen Dächern.
  • So kann in den Häusern mit Strom viel Wärme erzeugt werden, je nach Qualität der Tieftemperatur-Nahwärme mit einer kWh Strom 3-5 kWh Heizwärme und Warmwasser. Und professionell betriebene Wärmenetze mit BHKW sind ein sind ein vorteilhafterer Weg, als mit der heutigen Vorschriften zu versuchen, Hausbesitzer zu komplizierten, kostspieligen, wenig effizient funktionierenden Kleinanlagen zu zwingen. Viele Dachflächen sind zu klein, die Positionierung von Erdsonden aufwendig und die Wartung komplexer Anlagen bedeuten oft Überforderung.